![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Zu historischen Gestalten im Odenwald: Walburga und Hildeger Es war ein herrlicher Frühlingsmorgen, als die Wanderer des Odenwaldklubs Großsachsen von Grasellenbach aus auf dem Weg G5 ins Gaßbachtal aufbrachen. Eine romantische Quelle zwischen roten Sandstenblöcken im Wald liefert wunderbar klares Wasser. Könnte nicht auch hier der berühmte Nibelungenmord geschehen sein? Der Wald war noch wenig belaubt und so erhaschten die Wanderer auf dem Hangweg zum Kapellenberg immer wieder Aussichten ins Weschnitztal und hinüber nach Lindenfels. Schließlich von der Walburgiskapelle freie Sicht nach Westen auf den Krehberg, zum Malchen und die Neunkirchener Höhe, nach Nordwesten durch das Gersprenztal zum Schloss Reichenberg und nach Norden zum Otzberg und Taunus – eine herrliche Landschaft! Bänke luden zur Mittagsrast aus dem Rucksack während eifrige Helfer die Kapelle und ihre Umgebung von den Spuren des Winters befreiten und auf die jährliche Wallfahrt am ersten Mai vorbereiteten. Der weitere Weg führte vorbei an einigen „Abgelöst-Steinen“, alte Grundbuch-Auszüge im Wald, zur Wegscheide und jenseits der Landstraße durch den Wald zu einem verschwiegenen Gewässer. Eine Baumruine am Ufer mit zahllosen Spechthöhlen und Holzpilzen fesselte die Aufmerksamkeit der Wanderer. Am gegenüber liegenden Ufer des Tümpels tummelte sich ein seltsam exotisches Entenpärchen - Mandarinenten, wie sich später heraus stellte. Irgendwo müssen sie ausgebüxt sein! Weiter durch den sumpfigen Grund erreicht man den Hildegeresbrunnen. Das weiche Wasser der Quelle speist heute noch die Versorgung von Hiltersklingen. Infotafeln des Geoparks klären den Neugierigen weiter auf: Hildeger war ein fränkischen Adeliger, der hier deutliche Spuren hinterließ. Ein "Hildigeresbrunnen" wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 795 genannt. Und das heutige Hiltersklingen erscheint im Jahre 1324 als „Hildegersklingen“ urkundlich. Das rote Kreuz auf weißem Spiegel weist den Weg an einem Naturschutzgebiet am Schmerbach entlang. Alle Nadelbäume sind offenbar jüngst gefällt worden. Die Wanderer vermuteten, dass sich dem nassen Standort entsprechende Hölzer entwickeln sollen. Auf einer malerischen Lichtung steht ein seltsames Schnitzwerk „Das Wiedersehen“. Das Semester 1977 der Fakultät Holztechnik an der Hochschule Rosenheim erinnert auf einer Tafel an seinen beliebten Direktor, der die Figur „seinem“ Semester schnitze und schenkte. Dass es so etwas noch gibt! Durch den „Sudel“, ein weites Wiesental, in dem ein großer Quellhorizont zahllose glitzernde Rinnsale speist, erreichte die Wandergruppe das Ende einer wunderschönen Rundwanderung mit Helga Haag und Margarete Jülch. ![]() |