![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Wanderung auf der Römerstraße von Neuenheim nach Ladenburg Die Wanderung begann in Neuenheim, wo heute unter anderem die Kopfklinik steht und wo über einem Zeitraum von 18 Jahren eines der größten römischen Gräberfelder in Süddeutschland ausgegraben wurde. Aus einem Militärlager in Heidelberg (Der römische Namen ist nicht bekannt!) entwickelte sich im 1. bis 3. Jahrhundert ein florierendes Töpfereizentrum und eine befestigte, nach römischer Art schnurgerade Straße führte von Mainz über das Verwaltungszentrum Lopodunum und Heidelberg nach Basel. Solche Heerstraßen waren erstaunlich „modern“ aufgebaut, mehrschichtig und bis zu einem Meter mächtig. Vielerorts verlaufen landwirtschaftliche Straßen heute noch auf den alten Trassen und liegen auf einem Unterbau, den römische Bauingenieure vor 2000 Jahren entwickelten. Bei eisigem Ostwind wanderte die Gruppe am Neckarkanal entlang. 1920 beschloss die Deutsche Nationalversammlung den Ausbau des Flusses von Mannheim bis Plochingen. Heute überwinden Schiffe bis zu einer Länge von 105 Metern in der Schleuse der Staustufe Schwabenheim eine Höhendifferenz von 8,7 Metern. Bei der Schleuse steht der Teil eines monumentalen römischen Grabmales, 1962 aus dem alten Neckarbett geborgen. Keine Überreste findet man von der 1527 durch ein Hochwasser zerstörten Burg Schwabeck. Ihr Name weist, wie der der kleinen Ansiedlung Schwabenheimer Hof, auf die Sueben, von den Römern als Bauermiliz hier angesiedelte Elbgermanen. Im „Anker“, als Einkehrstube für Flößer und Treidler 1738 erbaut, machten die Wanderer kurze wärmende Rast. Das Wappen an einem Torbogen aus dem Jahr 1726 erinnert vermutlich an die einstige Herrschaft, das Kloster Neuburg. Andere interessante Hinweise konnten die Hobbyhistoriker allerdings nicht deuten. Von hier führte der Weg auf die alte Römerstraße und in der klaren Luft ging der Blick auf die vielfach durch Steinbrüche angeknabberten Hänge des Odenwaldes. Die Replik eines „Leugensteines“ fesselte die Aufmerksamkeit. Seit Trajan wurde in vormals keltischen Gebieten Entfernungen zum Beispiel zur nächsten Civitas – hier bis Ladenburg - in Leugen, ca. 2,22 Kilometer, gemessen. Die Inschrift auf dem Stein nennt den vollständigen Namen und Titel des regierenden Kaisers. Kurz vor Ladenburg steht ein ein römischer Feldaltar. Der krönende Pinienzapfen, Zeichen der Fruchtbarkeit, ist nur noch zu erraten. Die Jahrhunderte haben dem Sandstein arg zugesetzt. Am Wegrand stehen drei Kreuze, auf dem einen ist der Umriss eines Messers zu erkennen. Ihre Bedeutung aber blieb rätselhaft, konnte auch im Vorfeld durch die Wanderführer nicht geklärt werden. Die Wanderführer Felicitas und Gerhard Köhnlein hatten zu einer höchst interessanten Wanderung in die Antike der Bergstraße eingeladen, die wieder ein Mal vor Augen führte, wie viel Unbekanntes die heimatliche Umgebung zu bieten hat. ![]() ![]() ![]() |