Aus der Geschichte des OWK Großsachsen

 

Im Jahr 1911 wurde unter der Patenschaft des OWK Mannheim die Ortsgruppe Großsachsen gegründet.
Ihr erster Vorsitzender war Friedrich Ernst.
Bereits im Jahr darauf konnte die Höllenquelle gefaßt und der Allgemeinheit übergeben werden.
Am 20. April 1913 war die Hundskopfhütte, eine Schutzhütte für Wanderer auf dem Hundskopf, dem Hausberg Großsachsens, fertiggestellt und wurde festlich eingeweiht. 500 Mark waren als Zuschuss vom Hauptverband für den Bau gewährt worden.
Die OWK-Zeitung "Dorflinde" erwähnte 1914 erstmals eine Blütenwanderung, doch ein Jahr später mussten die "programmmäßigen Wanderungen" eingestellt werden, da 75 % der Mitglieder Heeresdienst leisten mußten.
Im Mai 1919 sollte die erste Nachkriegshauptversammlung des Gesamtklubs in Großsachsen abgehalten werden, konnte jedoch wegen "schlechter Verkehrs- und Ernährungsverhältnisse" nicht stattfinden.
Am Fuße des Talbergs errichtete die Ortsgruppe 1921 das Ehrenmal als Gedenkstätte für die gefallenen Mitglieder des Weltkriegs 1914/1918.
Nach den Wirren des Krieges wurde die Klubtätigkeit wieder aufgenommen. Wanderungen wurden durchgeführt und zu Heimatabenden und Vorträgen trafen sich die Mitglieder im Vereinslokal, der "Goldenen Krone".
Die Ortsgruppe erbrachte 1931 für die Instandhaltung von Ruhebänken, Gefallenendenkmal und Höllenquelle 450 Mark. Der Zimmermeister Philipp Eppel erhielt 1933 den Auftrag, die Hundskopfhütte für 106 Mark zu überholen. Zur "Förderung der nationalen Arbeit" wurden 25 Mark gespendet.
Ab 1933 führte Dr. Otto Treusch den Klub. Viele Wanderungen wurden von der eigenen Mandolinengruppe begleitet. 1934 starteten die OWKler mit dem TV Germania gemeinsam zur "Götzwanderung". Ausgangspunkte von außerörtlichen Wanderungen wurden per Reichsbahn erreicht. So legten die Wanderer im Jahr 1935 nicht weniger als 1224 Reichsbahnkilometer zurück!
Ab 1939 hatte der Verein zwar noch Mitglieder, Wanderungen gab es jedoch nicht mehr. Beim Einmarsch der Amerikaner im April 1945 wurden alle Klubunterlagen vernichtet.
1953 begann der Wiederaufbau der Ortsgruppe. Ihr 1. Vorsitzender war ab dem 24. Mai Karl Eyermann. Im darauf folgenden Jahr übernahm Adam Haag den Vorsitz. Unter seiner Leitung gab es, außer den Wanderungen Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Volksbildungswerk, viele Lichtbildervorträge und am 14.8.55 eine Wanderung mit der Ortsgruppe Leutershausen.
Die Großsachsener gehören seit 1956 zum Bezirk 10.
Infolge des Krieges war die Hundskopfhütte geplündert und dem Verfall preisgegeben. Als Kuriosität konnte der "Dorflinde" 1961 entnommen werden, daß die Ortsgruppe dem Hauptverband für das Jahr 1960 noch DM 12.— Beitrag schuldete!
Der Bezirk 10 tagte 1974 in Großsachsen. Am 14.12.1975 fanden Neuwahlen statt, bei denen Erwin Naß zum neuen Vorsitzenden des Klubs gewählt wurde.
Nach der Zusammenführung der beiden Ortsteile Großsachsen und Leutershausen zur Gemeinde Hirschberg führten die Ortsgruppen ab 1978 regelmäßig jährlich eine gemeinsame Wanderung durch.
Zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Großsachsen 1979 beteiligte sich der Klub mit einem Wagen am Festzug. Die "Hundskopfhütte en miniature" wurde durch die Straßen gefahren. Dank der großzügigen Unterstützung durch Kurt Meyer hatte der OWK einen leichten Start, bereits zum l. Gassenfest die "Waldschänke zum Hundskopf" im Anwesen Sahm zu eröffnen.
Wanderungen ins "Blaue" endeten in Johann Webers Backstube bei Zwiebelkuchen und Neuem Wein und sind heute noch vielen in bester Erinnerung!
Hans Lauppe war 1978 Initiator einer Verbindung zu Wanderfreunden aus Sachsenheim. Im Jahre 1980 war eine große Wandergruppe mit dem schwäbischen Albverein zusammen im Randecker Maar.
1981 starteten die Wanderer zu ihrer ersten Fahrradtour, 1983 gab es erste Kontakte zum Eifelverein in Manderscheid und im selben Jahr nahmen Luise Klohr und Georg Schmitt die beliebten Seniorenwanderungen ins Programm auf.
Bis zum heutigen Tag werden Aktivitäten wie Radwanderungen, Seniorenwanderungen, Beteiligung am Gassenfest, Theaterfahrten und v.a.m. durchgeführt. Hinzu kommen Besichtigungen wie z.B. Kernkraftwerk Biblis. Müllsortieranlage Sinsheim, Bergwerk Schriesheim, Porphyrwerk Weinheim sowie die Wasserver- und Entsorgungsanlage der Gemeinde Hirschberg.
Das "Gesellschaftliche" kommt auch nicht zu kurz: man trifft sich zu Klubabenden, jetzt im Vereinslokal "Zur Goldenen Rose", zu Dia-Vorträgen, zum "Helferessen" nach dem Gassenfest, zum "Neuen Wein mit Zwiebelkuchen" und zum gemütlichen Abend vor dem l. Advent, der mit einer stimmungsvollen Weinprobe verbunden ist.
Am 12. August 1991, zu seinem 80. Geburtstag wird der OWK Großsachsen im Vereinsregister Weinheim als e.V. eingetragen.
Als Höhepunkt im Vereinsleben gilt die jährliche Wandererehrungsfeier, bei der die eifrigsten Mitwanderer ausgezeichnet werden. Dem fleißigsten Wanderer wird außerdem der von Romi Wacker gestiftete Wanderpokal verliehen.
Mit Beginn des neuen Jahres wird der Wanderplan verteilt, der ungefähr 20 Touren beinhaltet.
Fast in jedem Jahr wird eine Mehrtagestour angeboten. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, viele Landschaften, nicht nur in Deutschland, kennen zu lernen:
 
1979  der Soonwald
1980  die Wutachschlucht im Schwarzwald
1981  das Lautertal (Schwäb. Alb)
1982  der bayerische Wald
1983  der Bodensee und Umgebung
1984  die Eifel
1985  das Sauerland
1986  der Steigerwald und Hallig Hooge
1987  der Taunus
1988  die "Strada Alta", Tessin und die Lahrer Hütte im Schwarzwald
1989  das Nördlinger Ries (Schwäbische Alb)
1990  das fränkische Taubertal und Ostfriesland
1991  die hessische Rhön
1992  das Elbsandsteingebirge mit Dresden und Niederau, Hirschbergs sächsischer Partnergemeinde
1994  das Elsaß
1995  Italien mit Parma, Pisa, Florenz
1996  Ungarn
1997  das Taubertal
1998  das Sauerland
1999  Thüringen und Bad Liebenzell
2000  der Bayerische Wald
2001  die Schwäbische Alb
2002  die französische Partnerstadt Hirschbergs: Brignais
2003  die Fränkische Schweiz
2004  der Hegau
2005  der Steigerwald
2006  der Frankenwald
2007  Rhein - Ahr - Eifel - Siebengebirge
2008  Saar

2009  der Hainich, Thüringen

2010  das Weserbergland

2011  das Allgäu

2013  Fichtelgebirge

2014  Bad Urach

2015 

2016  Mosel-Eifel

2017  Lüneburger Heide
 
Natürlich kommt die nähere Heimat nicht zu kurz. Im Abstand von etwa drei Wochen werden Halbtags- und Tageswanderungen und monatlich eine Seniorenwanderung angeboten. Die Wanderführer finden Ziele im Schwarzwald, in der Pfalz, im Neckartal, Kraichgau, Taunus und Bauland, im Schwäbischen Wald, im Naturschutzgebiet Taubergiesen und natürlich überall im Odenwald.
Und wieder treffen sich die Wanderer zu Betriebsbesichtigungen, wie die Müllverbrennungsanlage Mannheim, die Kläranlage in Weinheim, die Firma John Deere und der Steinbruch der Heidelberger Zementwerke. Besondere Ereignisse sind die Medienexkursion zum ZDF nach Mainz und der Besuch der Völklinger Hütte.
Eine Sammelaktion, bei der insgesamt 36.000 DM aufgebracht werden, ermöglicht die Renovierung des alten Dorfbrunnens, der 2000 eingeweiht wird.
Im Jahr 2001 wird das 90-jährige Bestehen mit einem Festakt im Rathaus und einem festlichen Abendessen im Hotel Krone gefeiert. Aus diesem Anlass stellt der Klub im Großsachsener Wald eine Ruhebank und ein Wegkreuz an der Kreuzung Hindenburgweg / Belzhohl auf.
Zur Erinnerung an den Ehrenvorsitzenden Adam Haag, der im Jahr 2000 hundert Jahre alt geworden wäre, bringt der Verein am Ehrenmal bei der Höllenquelle eine Gedenktafel aus Bronze an.
Einen festen Platz im Jahresprogramm haben inzwischen die Maiwanderung, die regelmäßig mit einem gemütlichen Beisammensein am Anbau der alten Turnhalle endet und der Klubabend vor dem Advent.
So stellte sich die Vereinsgeschichte zum 90jährigen Jubiläum dar.

Seit das Anwesen Sahm nicht mehr zur Verfügung steht, beteiligt der Verein sich nicht mehr am Gassenfest. Auch Radwanderungen finden nicht mehr statt. Die Seniorenwanderungen, inzwischen mit Oskar Röder, sind jedoch weiterhin sehr beliebt. Bei den jährlichen Mehrtageswanderungen gibt es täglich eine Parallel-Programm für Teilnehmer, denen mehrstündige Wanderungen zu viel sind.  

 

Das Frühjahr 2005 bringt eine weitere große Änderung für den OWK Großsachsen: Nach fast dreißig Jahren übergibt Erwin Naß sein Amt als Vorsitzender an Alfons Scheffold ab. Eine umfangreiche Hommage würdigt sein Wirken und er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.


Seit 2006 werden zusätzlich zum normalen Wanderplan Zweitageswanderungen mit Übernachtung und Mehrtages-Streckenwanderungen mit Gepäcktransport durchgeführt. Bei Vortouren werden zunehmend die Streckenführung und das Höhenprofil mit dem GPS-Gerät dokumentiert, wichtige Vorabinformationen für die Teilnehmer. Und zwei Wanderführer werden nach ihrer Ausbildung beim OWK-Hauptverein vom Deutschen Wanderverband zertifiziert.
Der Odenwaldklub Großsachsen bekommt eine eigene Homepage, auf der Wanderungen detailliert angekündigt werden und über vergangene ausführlich berichtet wird.

 

Zum 100-Jährigen Jubiläum stiftet der der OWK Großsachen zwei Bänke an Wanderwegen im Vorgebirge.

 

 

Im Jahr 2015 übernimmt erstmals in der Geschichte eine Frau den Vorsitz beim OWK Großsachen