Jahreseröffnungswanderung am 15. 01. 2012

mit Hildegard und Franco Chierici

Mit einiger Mühe und kurzem Atem stiegen die Wanderfreunde aus Großsachsen durch die hohle Gasse der Belzhohl hinauf. Die zurück liegenden Feiertage forderten bei den meisten ihren Tribut!

Eine Sperrung wegen Holzfällarbeiten war zum ersten strahlend schönen Wochenende im neuen Jahr aufgehoben worden. Und so bot der Hindenburgweg die notwendige echte Erholung.

In Heiligkreuz bestätigte ein Blick über das Tal zum Eingang der „Grube beim Heyl Kreuz“: nein, der Stollenmund war trocken, die Grube nicht abgesoffen, wie es in regenreichen Zeiten schon mal vorkommt.

Reif lag auf den Auen. Die Sonne vermochte die Januarkälte im Wiesental nicht zu vertreiben. Die nächste Steigung durch den Dohlweg in Richtung Kanzelberg aber brachte den Kreislauf der Wanderer wieder in Schwung.

Abseits des Weges auf einer großen Wiese standen Pferde und merkwürdige kleine Schafe, meist dunkelbraun, die Böcke mit sichelförmigen Hörnern und einer Mähne an Hals, Nacken und Brust. Es sind vermutlich Kamerunschafe, Haarschafe, die keine Wolle im eigentlichen Sinne haben, und also auch nicht geschoren werden müssen. Die Tiere stammen ursprünglich aus Afrika. Man vermutet, dass sie mit den Raubtiertransporten Carl Hagenbecks aus Westafrika nach Deutschland kamen. Die dort vorkommenden Zwergschafe wurden als Lebendfutter mit auf die Reise genommen. Nach der Reise verbliebene Tiere wurden in Hamburg über die Tierhandlung Hagenbeck verkauft. In Deutschland war damals Wolle gefragt und die kleinen Schafe waren deshalb wirtschaftlich uninteressant. So kamen die Zwergschafe zu Hobbyhaltern, wo sie sich auf einen heute geschätzten Bestand von 7000 Tieren entwickelten.

Aufgrund ihres Ursprungs sind Kamerunschafe extrem genügsam und anspruchslos. Sie kommen mit großen Temperaturschwankungen gut zurecht und können deshalb ganzjährig im Freien bleiben. Das Fleisch der Jungtiere ähnelt sowohl im Geschmack als auch im Aussehen eher dem Wildbret als dem gewohnten Lammfleisch. Der vorzügliche Geschmack soll selbst beim Schlachten von Alttieren nicht verloren gehen. Darum werden die Tiere meist als Fleischlieferanten gehalten.

Langsam und bequem führte der weitere Weg abwärts durch den Wald zur Kunz'schen Mühle. Beim Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges eine kurze Rast und weiter ging's entlang der Talstraße, vorbei an der Grube „Hülfe Gottes“, durch die Lettengasse zur Gaststätte „Weißes Lamm“. Hier, bei der Schlussrast bedankte sich der Vorsitzende Alfons Scheffold bei den Wanderführern Hildegard und Franco Chierici für die Tour und wies auf die nächste Wanderung am 12. Februar 2012 mit Felicitas und Gerhard Köhnlein hin.